Wer ein Portfolio online stellt, achtet auf Auflösung, Farbprofil und Ladezeit. Ob eine Antwortmaschine ein Bild jemals erwähnt, entscheidet dagegen etwas anderes: Text.
Sprachmodelle arbeiten überwiegend mit dem, was in Worten neben und über einem Bild steht. Selbst dort, wo Bildinhalte direkt ausgewertet werden, bleibt die Zuordnung zu einem Namen, einem Ort oder einer Dienstleistung eine Textfrage. Für Fotografinnen und Fotografen heißt das, dass die Beschriftung zur Arbeit gehört und nicht zur Nacharbeit.
Vier Textquellen entscheiden über ein Bild
Das Alt-Attribut beschreibt den Bildinhalt im Quelltext und ist zugleich die Grundlage für Screenreader. Die Bildunterschrift steht sichtbar auf der Seite und wird von Leserinnen tatsächlich gelesen. Der umgebende Absatz liefert den Zusammenhang. Und die Metadaten in der Datei selbst, üblicherweise nach dem IPTC-Standard, tragen Urheber, Ort und Aufnahmedatum mit.
Dazu kommt die maschinenlesbare Auszeichnung nach schema.org, ein ImageObject als JSON-LD, das Urheber, Lizenz und Beschreibung benennt. Das ist der einzige dieser Wege, der ausdrücklich für Maschinen gemacht wurde.
Warum Dateiname und Alt-Text auseinanderlaufen
In vielen Portfolios heißen die Dateien noch DSC_4711, und die Alt-Texte wiederholen den Seitentitel. Beides entsteht aus demselben Grund: Der Export ist automatisiert, die Beschriftung nicht. Wer den Dateinamen schon beim Export aus einem Feld der Bildverwaltung erzeugen lässt, hat die halbe Arbeit erledigt.
Bewährt hat sich ein knappes Schema aus Motiv, Ort und Jahr. Es hilft der Wiederauffindbarkeit im eigenen Archiv genauso wie der Zuordnung durch fremde Systeme.
Was ein guter Alt-Text leistet und was er nicht soll
Er beschreibt in einem Satz, was zu sehen ist, ohne Werbesprache und ohne aneinandergereihte Suchbegriffe. Eine Fotografin, die aufschreibt, was auf dem Bild geschieht, erfüllt damit gleichzeitig die Anforderung an Barrierefreiheit und die an Maschinenlesbarkeit.
Was er nicht leisten soll: den Bildtitel ersetzen, die Bildunterschrift verdoppeln oder Stimmungswörter transportieren. Ein Alt-Text, der von warmem Licht und besonderen Momenten spricht, beschreibt nichts.
Hilfreich ist die Probe mit geschlossenen Augen: Wer den Satz jemandem am Telefon vorlesen würde, um das Bild zu erklären, hat einen brauchbaren Alt-Text. Wer ihn nur schreibt, weil ein Prüfwerkzeug sonst meckert, meist nicht.
Wo die Bildrechte ins Spiel kommen
Metadaten sind auch ein Rechtsthema. Wer Urheberangaben in der Datei belässt und im Vertrag verlangt, dass sie erhalten bleiben, erleichtert jede spätere Zuordnung. Umgekehrt entfernen viele Redaktionssysteme diese Angaben beim Skalieren, ohne dass es jemand bemerkt.
Für Bildverzeichnisse lässt sich der Zugriff über die robots.txt gesondert regeln, unabhängig davon, was für den Textteil der Seite gilt. Wie sich Sichtbarkeit und Kontrolle dabei gegeneinander abwägen lassen, beschreibt der ChatGPT-Leitfaden von Vibe Marketing für den allgemeinen Fall; bei Bildern kommt die Lizenzfrage als zusätzliche Ebene dazu.
Was das für die Auffindbarkeit einer Dienstleistung bedeutet
Bei Auftragsfotografie sucht niemand nach einem Bild, sondern nach jemandem, der ein bestimmtes Bild machen kann. Deshalb zählt der Text um die Serie herum oft mehr als die Serie selbst: Anlass, Ort, Bedingungen, Umfang und das, was am Ende geliefert wurde.
Eine Fallbeschreibung mit diesen Angaben beantwortet Fragen, die eine Bildergalerie offen lässt. Sie ist zugleich der Text, aus dem sich eine Empfehlung überhaupt formulieren lässt.
Wo sich der Aufwand zuerst lohnt
Ein Archiv mit mehreren tausend Aufnahmen lässt sich nicht rückwirkend beschriften, und der Versuch endet meist nach zwei Abenden. Sinnvoll ist die Auswahl: die Serien, die Aufträge bringen, dazu die Seiten, auf denen eine Leistung erklärt wird. Alles Weitere entsteht ab jetzt im laufenden Betrieb.
Wer diesen Teil begleitet haben möchte, statt ihn zwischen zwei Aufträgen zu erledigen, kann ihn abgeben; Vibe Marketing arbeitet an genau dieser Schnittstelle zwischen Inhalt und maschineller Auswertung. Für den Anfang genügt allerdings eine Stunde mit der eigenen Bildverwaltung.
Häufige Fragen
Ersetzt ein Alt-Text die Bildunterschrift?
Nein, beide haben verschiedene Aufgaben. Der Alt-Text beschreibt das Bild für alle, die es nicht sehen können, die Bildunterschrift ordnet es für alle ein, die es sehen. Wenn beide identisch sind, ist meistens eines von beiden falsch.
Bleiben IPTC-Metadaten beim Hochladen erhalten?
Das hängt vom System ab. Viele Redaktionssysteme erzeugen beim Hochladen kleinere Kopien und verwerfen dabei einen Teil der Metadaten. Ein Test mit einer einzelnen Datei und einem Metadaten-Betrachter zeigt schnell, was übrig bleibt.
Kann ich verhindern, dass meine Bilder für KI-Training genutzt werden?
Vollständig nicht, aber die üblichen Wege wirken bei Anbietern, die sich an Vorgaben halten: eine gezielte Regel in der robots.txt für die Bildverzeichnisse, adressiert an die jeweiligen Kennungen. Rechtlich bleibt daneben die Frage der Nutzungsrechte, die davon unberührt ist.
